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Saisonabschluss beim Alster Canoe Club

Saisonabschluss zum Nico Cup in Hamburg und dieses Mal war vieles anders...Anders als in den Vorjahren hatten wir uns diesmal entschlossen, mit dem Auto anzureisen, um einer weiteren Odyssee mit der Bahn zu entgehen.

Um 10.30 Uhr trafen wir uns mit Jürgen und einigen Capybaras am Verein, um unser Boot auf ihren Trailer zu laden. Jürgen hatte sich im Vorfeld bereit erklärt unser Boot mit nach Hamburg zu nehmen und einen Umweg über Rendsburg zu machen - dafür ein extra großes Dankeschön - die oft beschworene Drachenbootgemeinschaft zeigt hier ihr wahres Gesicht, allem erhöhten Aufwand zum Trotz - man unterstützt einander, in der heutigen Zeit keine Sebstverständlichkeit...wir waren also pünktlich beim ACC am Bootshaus. Mit uns versammelten sich 15 weitere Teams und die Wintersonne, was hatten wir in den vergangenen Jahren teilweise für ein Mistwetter beim Nico Cup...nun eher die Frage nach Sonnencreme und dem richtigen Outfit. Mit einer Bemerkung, was man denn im Winter anziehen solle, verzichtete ich glatt auf Isolierung an den Händen. Kurz nach dem Einstieg musste ich feststellen, wie kalt knapp 2° Wassertemperatur sind (vom WW-Paddeln bin ich eigentlich einiges gewohnt, gletscher- oder grundablassgespeiste Flüsse sind ja kältetechnisch nicht von schlechten Eltern). Diese 2° sollten aber noch ihre Spuren hinterlassen...
Beim Start spürte ich meine Hand schon nicht mehr...aber was soll´s sind doch nur 9,6 km...damit die schneller vorbeigehen gleich richtig los...den ersten Kilometer war ordentlich Druck im Boot, obwohl die Wellen in den Alsterkanälen für so manchen Wackler bei uns sorgten...ich hatte sogar das Gefühl wir nähern uns dem vor uns gestarteten Boot, also weiter...das Paddel fühlte sich irgendwie nur noch schwammig an, also fester drücken, um nicht abzurutschen und weiter schön laaang...auf der Außenalster angelangt hörten die nervigen Kappelwellen erst einmal auf...leider sollten sie für uns ganz aufhören, denn der Abstand zu den Booten vor uns wuchs auf einmal an und irgendwie hatten wir weniger Druck im Boot und kamen auch nicht mehr in den Rhythmus...ab jetzt wurde es anstrengend und ich versuchte nur diesen Gedanken aus dem Kopf zu verdrängen...einfach an was anderes denken...vielleicht zur Abwechselung an meine Hand...oh Gott, vielleicht doch lieber daran, dass das Boot schon mal besser lief...irgendwann umrundeten wir tatsächlich den Tannenbaum und es ging zurück. Peter und Julia versuchten noch immer, uns anzufeuern...es kam mir vor als müssten wir uns jeden Meter erkämpfen und die letzten zwei Kilometer dann wieder diese Wellen...nö, der Abstand zu den anderen Booten war inzwischen so groß, dass sich das Wasser schon wieder beruhigt hatte, ich weiß allerdings nicht, ob ich das gut finden soll. Irgendwann kam dann das Ziel in Sicht und wir versuchten nochmal Druck zu machen...endlich durch und irgendwie sah meine Hand inzwischen aus wie ein vollgesogener Schwamm....wenn sie irgendwann anfängt zu schmerzen, ist alles gut...da kommt aber kein Schmerz...ups...ich lenke mich mit ´nem Blick auf die Uhr ab...irgendwie über 50 Minuten...vordere Hälfte der Platzierungen kann man bei dem Starterfeld damit vergessen...also erfreue ich mich an dem Gefühl, unser Boot mit aus dem Wasser zu holen und sofort auf den Trailer zu laden. Danach erst mal ein kühles Getränk im Sonnenschein und langsam steigt die Stimmung. Beim Umziehen denke ich an Bremsenstiche im Hochsommer oder an Elefantitis, so sieht jedenfalls meine Hand aus. Zur Siegerehrung gibt es Glühwein und einen neunten Platz, allerdings sind die Abstände zu den besseren Plätzen in erträglichem Rahmen...im nächsten Jahr läuft es bestimmt besser...was heißt hier im nächsten Jahr?!...eigentlich soll ich am Sonntag noch im 10er Canadier ran und am Abend noch über´n Weihnachtsmarkt...zuerst heißt es aber einmal ab ins Hotel und auffrischen und dann ab ins Getümmel...die Innenstadt ist so voll, dass ich mich an die Enge auf der ersten Bank mit Martin erinnert fühle, da gibt es aber keinen Glühwein - also was soll´s...den Abend lassen wir später noch im Schweinske auf der Reeperbahn bei Schnitzel und Currywurst ausklingen und dann ab ins Hotel...am nächsten Morgen ist meine Hand immer noch geschwollen und der Zeigefinger fühlt sich an wie unter dickem Verband...ich entscheide mich dazu, nicht zu paddeln...mein Arzt bestätigte mir heute meine Entscheidung und riet mir in Zukunft zur Isolation an der Peripherie bei solchen Temperaturen...ich versuche ihm Glauben zu schenken, dass ich keine bleibenden Schäden davontragen werde...geschwollen ist die Hand noch immer...bis zum nächsten Nico Cup ist es aber noch lange hin, dort wollen wir auf jeden Fall zeigen, dass wir es ein wenig besser können und erneut angreifen, denn die Veranstaltung ist ein würdiger Jahresabschluss...

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